
Der Erbauer und der Architekt
Der Theaterbrunnen ist ein bemerkenswertes architektonisches Wahrzeichen von Weimar, geschaffen vom Berkaer Steinmetz Carl Dornberger. Der Brunnen, ebenso wie der Delfinbrunnen, ist ein weiteres Zeugnis von Dornbergers herausragendem Handwerk. Der Entwurf des Brunnens stammt vermutlich von dem Architekten und großherzoglichen Oberbaudirektor Clemens Wenzeslaus Coudray, der ebenfalls den Goethebrunnen entworfen hat. Im Jahr 1847 wurde der Theaterbrunnen am Bühneneingang hinter dem Theater aufgestellt. Ganz in der Nähe der Heinrich-Heine-Str. 12, seinem Wohnhaus.
Umzug und Wiederaufstellung
Während des Umbaus des Theaters im Jahr 1973 musste der Theaterbrunnen abgebaut werden. Nur einige Teile des Brunnens wurden 1995 wiedergefunden, doch der ursprüngliche Standort war nicht mehr nutzbar. Daher wurde der Brunnen an der Rückseite des Theaters auf dem Sophienstiftsplatz, unweit des Hummel-Denkmals, wieder errichtet.
Die Architektur
Der Theaterbrunnen zeichnet sich durch seine einzigartige Struktur aus. Innerhalb eines kleinen, mit Steinen gepflasterten Areals steht der Wasserspender. Das Areal ist nach hinten, zum Nationaltheater hin, durch eine halbkreisförmige Brunnenbank und nach vorn durch zwei Absetzsteine begrenzt. Über dem rechteckigen, klassisch gegliederten Steinbecken erhebt sich eine freistehende Brunnensäule. Der obere Abschluss der rechteckigen Säule wird von einer Vase auf einem friesverzierten Sockel gebildet. Aus einem muschelförmigen Auslass im unteren Teil der Säule strömt das Wasser in das Becken.
Unterschiede zu anderen Weimarer Brunnen
Die nüchtern-rechteckige Ausführung des Theaterbrunnens unterscheidet sich auffallend von der Form anderer Weimarer Brunnenbecken. Die meisten Weimarer Brunnen sind in der Regel oval oder rund gestaltet und fast immer mit Verzierungen versehen. Der Theaterbrunnen stellt in seiner simplen, aber beeindruckenden Gestaltung eine Ausnahme dar.
Ein Symbol der Weimarer Klassik
Der Theaterbrunnen ist mehr als nur ein architektonisches Gebilde. Er ist ein Ausdruck des klassischen Weimars, geschaffen durch die Köpfe und Hände von Carl Dornberger und Clemens Wenzeslaus Coudray. Mit seinen sauberen Linien und seinem unverwechselbaren Design repräsentiert der Theaterbrunnen den Geist des klassischen Weimars und ist ein Zeugnis der reichen kulturellen Geschichte der Stadt. Die beeindruckende Ästhetik und das künstlerische Flair des Theaterbrunnens machen ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Erbes von Weimar. Er bleibt ein stummes Zeugnis für das künstlerische Genie und die Handwerkskunst derer, die dazu beigetragen haben, Weimar zu einer Stadt der Kultur und der Künste zu machen.
Einordnung
Der schlichte Brunnen, aus dem das Wasser aus einer Muschel austritt, besitzt wie der Goethebrunnen einen Krater. Dieser ist allerdings aus Sandstein und nicht aus Metall. Da er die gleichen gestalterischen Merkmale aufweist wie der Geleitbrunnen, ist auch der Theaterbrunnen in die Epoche der Romantik einzuordnen.