
Die Künstlerische Bedeutung
Der Donndorfbrunnen, eingeweiht im Oktober 1895, zählt zu den imposantesten Brunnen in Weimar. Benannt nach dem renommierten Bildhauer Adolf von Donndorf, einem gebürtigen Weimarer, der durch bedeutende Werke deutschlandweit bekannt wurde.
Die Figurengruppe
Die Hauptfigur des Brunnens zeigt eine lebensgroße Mutter mit zwei Kindern, die Wasser holt. Die Bronzeplastik symbolisiert die Mutterliebe und ist eine Kopie des James-Brunnens in New York, den Donndorf bereits 1881 geschaffen hatte. Die Gruppe erhebt sich über einem Granitsockel, flankiert von zwei wasserspeienden Löwenköpfen.
Der Standort und die Enthüllung
Der Brunnen steht an der Kreuzung Rittergasse/Geleitstraße im Giebelschatten zweier alter Häuser. Die feierliche Enthüllung erfolgte im Herderviertel, an einem Ort, an dem zuvor der bescheidenere Adele-Brunnen stand.
Die Stadtbaumeister und der Entwurf
Der Gesamtentwurf stammt von Stadtbaumeister Bruno Schmidt1. Die ellipsenförmige Anlage erstreckt sich über etwa zehn Meter und besteht aus Fichtelgebirgsgranit. Die Inschrift auf der Bronzeplatte am Sockel lautet: „Meiner Vaterstadt in Liebe und Dankbarkeit gewidmet.“
Die Wertschätzung der Stadt
Bei der Enthüllung drückte der Oberbürgermeister Pabst die Dankbarkeit der Stadt Weimar für die eindrucksvolle Bronzegruppe aus und gab dem Brunnen den Namen „Donndorfbrunnen“. Die Weimarer Bevölkerung zeigte tiefe Emotionen angesichts dieses Geschenks an die Stadt.
Adolf von Donndorf Tod und Vermächtnis
Adolf von Donndorf, Ehrenbürger Weimars, verstarb 1916 in Stuttgart. Seine Asche ruht auf dem Friedhof der Heimatstadt. Ein weiteres Werk von Donndorf, die Figur der trauernden Frau, ziert seine Grabstätte.
Eine weltweite Verbindung
Interessanterweise kann man eine ähnliche Muttergruppe aus Donndorfs Werk in New York am Union Square im sogenannten „James-Brunnen“ bewundern. Dieser Brunnen wurde auf Bestellung von James, einem bekannten amerikanischen Philanthropen2, von Donndorf geschaffen und stellt die erste Ausführung dieser Muttergruppe dar.
Einordnung
Durch das lebensgroße Darstellen der Figurengruppe der wasserholenden Mutter und deren Kinder wird das bürgerliche Leben wirklichkeitsnah dargestellt, diesen Brunnen kann man dem Realismus zuschreiben. Jedoch auch dem Naturalismus, da dieser Realität möglichst realistisch und ungeschönt darstellt.