
Die Lage
Eingebettet im Herzen von Weimar, hinter der Staatlichen Gemeinschaftsschule Jenaplan Weimar (ehemals Christoph-Martin-Wieland-Schule), an der Kreuzung von Steuben- und Gropiusstraße, befindet sich ein einzigartiger Brunnen, der Froschbrunnen. Dieses ungewöhnliche Wahrzeichen der Stadt ist ein auffälliges Beispiel der öffentlichen Wasserkunst und hat seinen Namen durch eine dominante Froschfigur auf der Säule des Brunnentrogs.
Die Gestaltung
Ein selbstbewusster Frosch thront auf der Säule hinter dem Brunnentrog und gibt diesem Brunnen seinen einprägsamen Namen. Die Ecken unter den Froschflossen sind als stilisierte Raben dargestellt, die ein interessantes Zusammenspiel von Natur- und Kunstformen schaffen. Ein angearbeitetes Tiertränkbecken befindet sich rechts an der Seite des Brunnens, dass die Verschmelzung von Funktionalität und Ästhetik unterstreicht.
Der Bildhauer und die Materialien
Der Froschbrunnen, der aus heimischem Muschelkalkstein gearbeitet wurde, entstand um das Jahr 1910 vom Bildhauer Arno Zauche in städtischem Auftrag. Zauche war ein Schüler von Adolf von Donndorf, einem renommierten deutschen Bildhauer. Der Froschbrunnen ist der einzige in Weimar erhaltene öffentliche reine Kalksteinbrunnen.
Geschichte und Verlegung
Ursprünglich wurde der Froschbrunnen in den Anlagen unterhalb des Landesmuseums am Jakobsplan aufgestellt. Im Jahr 1938 wurde er jedoch an seinen jetzigen Standort, die Stelle des alten baufälligen Seminarbrunnens, versetzt. Seit 1985 führt der Brunnen wieder Wasser. Er erhält sein Wasser über die Kirschbachtal-Brunnenleitung.
Die Ausstrahlung
Der Froschbrunnen hat ein quadratisches, sich nach oben verbreiterndes, Becken mit überhängendem breitem Rand. Die kurze Säule trägt die Figur eines behäbigen Frosches, der mit seinen schwimmhautbewachsenen Vorderbeinen die Kante umklammert. Seine prallen Hinterschenkel sind fest aufgedrückt, der dicke Kopf mit der breiten Kehle ist erhoben, die hervorquellenden Augen sind zum Himmel gerichtet und das breite, halbkreisförmige Maul ist geschlossen.
Einordnung
Aufgrund der ungewöhnlichen Brunnenbeckenform und der sehr einfachen Detaillierung, welche eine Entfremdung darstellt, kann man den Brunnen in die Zeit des Expressionismus einordnen. Es handelt sich um einen dem Laufbrunnen ähnlichen Röhrenbrunnen.