
Die Entstehungsgeschichte
Im Gegensatz zum Gänsemännchenbrunnen, der in Weimar recht bekannt ist, ist der Aktenmännchenbrunnen weniger bekannt und nicht zugänglich. Der Aktenmännchenbrunnen in Weimar ist ein aus Beton gefertigter Brunnen, der nach einem Entwurf von Oberbaurat Karl Dittmar1 gestaltet wurde. Er besteht aus einem großen runden Brunnenbecken und einer vierkantigen verzierten Brunnensäule mit zwei seitlichen Wasserausflüssen, auf der sich eine Bronzeskulptur befindet.
Diese originelle Plastik wurde von Gottlieb Elster2 geschaffen und zeigt ein kleines Männchen mit dünnen Beinen, gebeugten Knien, einem Aktenberg und einem prall gefüllten Geldbeutel. Der Brunnen wurde im Jahr 1911 errichtet und befindet sich in Bezug zum damaligen Finanzministerium.
Die Bedeutung der Bronzefigur
Die Bronzefigur, die dem Brunnen seinen Namen gab, soll einen kleinen Beamten darstellen, der ein treuer, geplagter Staatsdiener des fürstlichen Finanzministeriums ist. Die Figur spiegelt das beschwerliche Leben und die kargen Einnahmen an Steuern und Verdienst des Beamten wider. Leider kommt die Bronzeplastik auf der quadratischen Säule nicht richtig zur Geltung, da sie in der Größe nicht mit der monumentalen Brunnenanlage harmoniert.
Die Geschichte
Der Brunnen wurde im Jahr 1912 im Zusammenhang mit einem Erweiterungsbau aufgestellt, der den Raumbedarf des Finanzministeriums decken sollte. Ursprünglich befand sich der Brunnen im Hof des Gelben Schlosses, das damals als Sitz der Stadtverwaltung Weimar diente.
Die Instandsetzung und der Umzug
Zwischen 1992 und 1997 wurde eine denkmalgerechte Instandsetzung der Fassaden des Gebäudekomplexes „Markt 15“ durchgeführt. Bis 1994 diente das Gelbe Schloss als Sitz der Stadtverwaltung Weimar. Nach der Thüringer Kreisreform im Jahr 1994 zog die Stadtverwaltung in ein anderes Gebäude. Im Jahr 1998 wurde der Aktenmännchenbrunnen aufgrund von geplanten Baumaßnahmen im Innenhof des Gelben Schlosses abgebaut. Die Figur des Aktenmännchens gelangte in das Magazin des Stadtmuseums Weimar und wurde bislang nicht wieder installiert.
Einordnung
Die ausdrucksstarke Haltung der kleinen Figur, steht im starken Kontrast mit dem großen runden Becken. Übertriebene Größenunterschiede, stehen hier für die expressionistische Epoche. Die Probleme der Industrialisierung lassen sich gut in der Figur erkennen.
- Karl Dittmar, geb. am 21. März 1874 in Meiningen; gest. am 16. August 1961 in Weimar, Architekt, Geheimer Baurat im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Dittmar_(Architekt) Zugriff: 11.10.23 18:47) ↩︎ - Gottlieb Elster, * 8. Oktober 1867 in Greene; † 6. Dezember 1917 in Braunschweig, Bildhauer und Medailleur
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gottlieb_Elster Zugriff: 11.10.23 18:57) ↩︎